Bei jährlicher Ausgabensteigerung von 1 %: Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bis 2060 bei 30 %?

Im Zusammenhang mit unserem Gesundheitssystem sind wir unerquickliche Nachrichten gewohnt. Ein regelrechtes Schock-Szenario ist jedoch die jüngste Prognose des Kieler Instituts für Gesundheits-System-Forschung. Der Leiter des Instituts, Fritz Beske, kommt in seinen Berechnungen zum alarmierenden Ergebnis, dass bei einer unterstellten jährlichen Ausgabensteigerung von einem Prozent der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bis zum Jahr 2060 auf astronomische 30 Prozent (von heute knapp 15 %) ansteigen wird! Bei einer Kostensteigerung aufgrund des medizinischen Fortschritts um im Jahresschnitt 2 % würde der Kassenbeitrag gar auf über 50 % des Lohns ansteigen.

Um diese Entwicklung zu verhindern, sei der Verzicht auf bestimmte Leistungen in Zukunft unverzichtbar, wofür er gleich die verschiedensten Einsparmöglichkeiten aufzeigt: von Einschränkungen in der Versorgung von Frühgeborenen bis zur Behandlung von unheilbar erkrankten Menschen. Neben weiteren massiven Einschränkungen im derzeitigen Leistungskatalog der Krankenkassen hält Beske auch ein System von Sanktionen und Anreizen im Fall von ungesund lebenden Menschen für eine mögliche Maßnahme; gesundheitliches Fehlverhalten müsse zum Schutze des Gesundheitssystems und bewusst gesund lebender Versicherungsnehmer bekämpft werden.

Unter den vielen kostensenkenden Empfehlungen des Instituts findet sich auch eine Maßnahme, die aus unserer Sicht nicht nur ungeeignet, sondern völlig kontraproduktiv wäre: alternative Heilmethoden vollständig aus dem Leistungskatalog zu streichen! Einmal abgesehen davon, dass solche Heilweisen auch heute nur selten oder überhaupt nicht von den Krankenkassen erstattet werden: In uralten Heilsystemen wie dem Schamanismus oder Geistiger Heilung liegt ganz im Gegenteil die große Chance, einen grundlegenden Systemwechsel zu vollziehen: Die einseitige Fokussierung auf die Krankheiten durch eine kraftvolle positive Gesundheits-Orientierung zu flankieren! Nur indem wir durch das Schaffen eines positiven, ganzheitlichen Verständnisses von Gesundheit einen guten Teil vermeidbarer Krankheitszustände auflösen, gewinnen wir die finanziellen Spielräume, um die dann noch verbleibenden Krankheiten wirksam behandeln zu können.

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